Zusammenfassung
Nicht-traumatische Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen stellen eine diagnostische Herausforderung dar, die häufig zu unspezifischen Diagnosen wie Periarthropathia humeroscapularis oder Rotatorenmanschettensyndrom führt. Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass die verschiedenen Pathologien häufig gemeinsam auftreten und sich teilweise gegenseitig bedingen. Eine Diagnose ist jedoch meist mithilfe einer Anamnese, klinischen Untersuchung und Bildgebung (je nach vermuteter Pathologie) möglich. In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie, bestehend aus kurzfristiger Analgesie und Physiotherapie, erfolgreich. Bei frustranem Therapieverlauf und/oder ausgeprägten individuellen Einschränkungen kann eine operative Versorgung indiziert sein.
Die häufigsten Ursachen für Schmerzen und Bewegungseinschränkung der Schulter sind Rotatorenmanschettenläsionen, ein subakromiales Impingementsyndrom und eine Kalkschulter, häufig begleitet von einer Bursitis subacromialis oder einem Bizepssehnensyndrom. Die Schultersteife (Frozen Shoulder) verläuft dagegen häufig schmerzarm.
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Epidemiologie
- Prävalenz: Altersabhängig, alle Altersgruppen 14,5% (10,8–55,2%)
- Inzidenz: 37,8/1.000 Personen pro Jahr
- Geschlechterverhältnis: ♀ > ♂
- Sozioökonomische Bedeutung: Dritthäufigste Ursache muskuloskelettaler Beschwerden
Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.
Anatomische und biomechanische Grundlagen
Anatomische Grundlagen
- Grenzstrukturen des subakromiellen Raums
- Unterfläche des Acromions
- Proc. coracoideus
- Lig. coracoacromiale
- Humeruskopf
- Strukturen im subakromiellen Raum
- Bursa subacromialis und Bursa subdeltoidea
- Rotatorenmanschette
- Caput longum des M. biceps brachii
- Kapsel des Glenohumeralgelenks und die Kapsel verstärkende Ligamente
- Labrum glenoidale
Biomechanische Grundlagen [3][4][5]
- Bewegung des Schultergürtels: Zusammenspiel aus aktiven (muskulären) und passiven Stabilisatoren sowie der Bewegung verschiedener Gelenke
- Stabilität des Schultergelenks: Gleichgewicht zwischen Agonisten und Antagonisten (Force Couples)
- Schultergelenk
- M. deltoideus und kaudale Anteile der Rotatorenmanschette (ISP, SSC und M. teres minor)
- Caput longum und Caput breve des M. biceps brachii
- Caput longum des M. triceps und M. latissimus dorsi
- M. latissimus dorsi, M. teres major, M. pectoralis major
- Skapulothorakales Gelenk
- Elevation und Depression: M. levator scapulae und M. trapezius (Pars ascendens)
- Ab- und Adduktion: M. serratus anterior und M. trapezius (Pars transversa)
- Ventrokaudale und dorsokraniale Bewegung: M. pectoralis minor und M. trapezius (Pars descendens)
- Rotation: Mm. rhomboidei und M. serratus anterior (Pars inferior)
- Siehe auch: Muskelschlingen des Schultergürtels
- Schultergelenk
- Skapulohumeraler Rhythmus
- Definition: Gekoppelte Bewegung von Scapula, Humerus (und Clavicula) → Elevation und Abduktion des Arms
- Effekt: Vergrößerung des Bewegungsraums, Optimierung der Muskelfunktion und Vermeidung eines Impingements
- Komponenten
- Scapula: 3D-Bewegung
- Rotation nach kranial
- Kippung nach posterior
- Außenrotation
- Humerus: Roll-Gleit-Mechanismus
- Clavicula: Elevation und Retraktion
- Scapula: 3D-Bewegung
- Zusammensetzung der Gesamtbewegung: Wechselndes Verhältnis glenohumeraler und skapulothorakaler Bewegungsanteile
Verengung des subakromiellen Raums [3][4][5][6][7]
- Strukturelle Einengung
- Form der Acromionunterfläche
- Beschreibung der Form in der Klassifikation nach Bigliani
- Berechnung der Form: Acromion-Slope
- Berechnung der Neigung: Lateraler Acromionwinkel nach Banas
- Ausmaß der lateralen Ausdehnung: Acromionindex nach Nyffeler
- Beschreibung der knöchernen Anatomie: Kritischer Schulterwinkel
- Inferiore Osteophyten des AC-Gelenks
- Verknöcherung des Lig. coracoacromiale
- Hypertrophie der Bursa subacromialis oder Bursa subdeltoidea
- Veränderungen der Rotatorenmanschette
- Os acromiale
- Hypertrophie des Lig. glenohumerale
- Fehlverheilte Fraktur des Tuberculum majus
- Form der Acromionunterfläche
- Dynamische Einengung
- Skapulothorakale Dyskinesie
- Dezentrierung des Humeruskopfes
- Muskuläre Ermüdung
- Kontraktes Weichgewebe
Eine Verengung des subakromialen Raums ist assoziiert mit verschiedenen Schulterläsionen, bspw. einer Rotatorenmanschettenruptur oder einem subakromialen Impingementsyndrom!
Klassifikation
Klinische Einteilung von Erkrankungen der oberen Extremität
Disabilities of the Arm, Shoulder and Hand Score (DASH) [8]
- Ziel: Evaluation der Funktion der oberen Extremität durch Selbstbewertung
- Inhalt: 30 Fragen
- Funktion und Aktivitäten des täglichen Lebens (22 Fragen)
- Symptome (5 Fragen)
- Einschränkungen des beruflichen oder sozialen Lebens (3 Fragen)
- Bewertungssystem: Likert-Skala
- Ergebnis: Niedrige Punktzahl entspricht guter Funktion
Klinische Einteilung von Schulterpathologien
Constant-Murley-Score (CMS) [9][10]
- Ziel: Evaluation der Schulterfunktion durch Selbstbewertung
- Inhalt
- Schmerz (15 Punkte)
- Aktivitäten des täglichen Lebens (20 Punkte)
- Beweglichkeit (40 Punkte)
- Kraft (25 Punkte)
- Bewertungssystem: Visuelle Analogskala oder Likert-Skala
- Ergebnis: Hohe Punktzahl entspricht guter Funktion
American Shoulder and Elbow Surgeons Score (ASES) [9][11]
- Ziel: Evaluation der Schulterfunktion durch Selbstbewertung
- Inhalt: 17 Fragen
- Schmerz (1 Frage)
- Funktion (10 Fragen)
- Bewertungssystem: Visuelle Analogskala oder Likert-Skala
- Ergebnis: Hohe Punktzahl entspricht guter Funktion
Klinische Einteilung von Pathologien der Rotatorenmanschette und des Subakromialraums
Western Ontario Rotator Cuff Index (WORCI) [9][12]
- Ziel: Evaluation der Lebensqualität durch Selbstbewertung
- Inhalt: 21 Fragen
- Körperliche Symptome (6 Fragen)
- Sport/Freizeit (4 Fragen)
- Arbeit (4 Fragen)
- Lebensstil (4 Fragen)
- Emotion (3 Fragen)
- Bewertungssystem: Visuelle Analogskala
- Ergebnis: Niedrige Punktzahl entspricht gutem Outcome
Klassifikationen von Pathologien der langen Bizepssehne
Klassifikation der SLAP-Läsion nach Snyder (1990) [13][14]
| Klassifikation der SLAP-Läsion nach Snyder | |
|---|---|
| Typ | Beschreibung |
| I |
|
| II |
|
| III |
|
| IV |
|
Klassifikation der Bizeps-Pulley-Läsion nach Habermeyer (2004) [14][15]
| Klassifikation der Bizeps-Pulley-Läsion nach Habermeyer | |
|---|---|
| Typ | Beschreibung |
| I |
|
| II |
|
| III |
|
| IV |
|
Radiologische Klassifikation der Kalkschulter
| Klassifikation nach Gärtner und Heyer [16] | |
|---|---|
| Typ | Beschreibung |
| I |
|
| II |
|
| III |
|
Klassifikationen des subakromialen Impingementsyndroms
Acromiontyp nach Bigliani [7]
| Einteilung der Acromionmorphologie nach Bigliani (1986) | |
|---|---|
| Einteilung | Beschreibung des vorderen Acromions |
| Typ I |
|
| Typ II |
|
| Typ III |
|
Einteilung nach Neer [7]
| Klassifikation nach Neer (1983) | ||
|---|---|---|
| Pathomorphologisches Stadium | Beschreibung | Altersgruppe |
| Stadium I: Ödem und Hämorrhagie |
|
|
| Stadium II: Fibrose und Tendinitis |
|
|
| Stadium III: RMR |
|
|
Symptomatik
- Schmerzen: Meist diffuse Beschwerden mit schleichendem Beginn, ggf. mit Ausstrahlung in den Oberarm und/oder die untere HWS [17][18][19]
- Belastungs- und Bewegungsschmerz, bspw. Painful Arc
- Lokaler Druckschmerz
- Nächtliche Schmerzen
- Ruheschmerzen
- Kraftminderung und Bewegungseinschränkung
- Funktionelle Einschränkungen, bspw. des alltäglichen Lebens
Differenzialdiagnosen
Ursachen im Schulterbereich
- Rotatorenmanschettenruptur
- ACG-Arthrose, ACG-Luxation
- Omarthrose
- Instabilität der Schulter, Schulterluxation
- Incisura-scapulae-Syndrom
- Glenohumerales Rotationsdefizit [21]
- Proximale Humerusfraktur
- Humeruskopfnekrose
- Osteonekrose (Morbus Haas)
Ursachen außerhalb der Schulter
- Wirbelsäule
- Myofasziale Dysfunktion
- Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen
- HWS-Distorsion
- Skoliose
- Nackenschmerzen
- Ellenbogen und Hand
- Tendinopathien
- Bewegungseinschränkung
- Internistische und rheumatische Erkrankungen
- Neurologische Krankheitsbilder
- Psychosomatische Beschwerden, siehe auch: Rückenschmerz - Psychosomatische Aspekte
AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Diagnostik
Anamnese [22][23]
- Alter, Beruf, Sport
- Trauma mit Unfallhergang und -mechanismus
- Bei V.a. Arbeitsunfall: Meldung an die gesetzliche Unfallversicherung Vorstellung in der BG-Ambulanz
- Begleiterkrankungen und Vormedikation
- Verlauf und Art der Symptome
- Bewegungseinschränkung
- Schmerzen
- Neurologische Symptome
- Kraftminderung
- Vorverletzungen oder -operationen des Schultergelenks
- Einschränkungen im beruflichen und privaten Alltag
Körperliche Untersuchung und klinische Tests
Körperliche Untersuchung [7][17][18][20][23][24]
- Inspektion
- Palpation
- Überprüfung des Bewegungsumfangs: Im Seitenvergleich nach der Neutral-Null-Methode
- Passive Beweglichkeit
- Aktive Beweglichkeit
- Codman-Griff
- Painful Arc [25]
- Schmerzen bei Abduktion von 60–120°: Hinweis auf Schulterimpingement
- Schmerzen bei Abduktion >120°: Hinweis auf Pathologie des AC-Gelenks
- Siehe auch: Painful-Arc-Test
- Ausschluss von Begleitpathologien
- AC-Gelenk: Cross-Body-Test
- Skapulothorakale Dyskinesien [26]
- Scapula alata
- Scapulaprovokationstest
- Scapularetraktionstest (Scapular Assistance Test)
- HWS
- Bewegungsumfang
- Spurling-Test
- Schwimmertest [27]
- Siehe auch: Diagnostik bei Nackenschmerzen
- Bei neurologischen Symptomen siehe: Zervikale radikuläre Syndrome
- Infiltration: Ggf. zur Differenzierung verschiedener Pathologien
Eine Einschränkung der aktiven Beweglichkeit bei gleichzeitig freiem passiven Bewegungsumfang deutet auf ein Problem der Muskulatur und/oder Sehnen hin. Ist beides eingeschränkt, ist häufig die Kapsel der Schulter für die Beschwerden ursächlich!
Funktionstests
- Subakromiale Enge: Hawkins-Kennedy-Test, Neer-Test, Painful-Arc-Test
- Pathologien der langen Bizepssehne: O'Brien-Test, Speed-Test, Palm-up-Test
- Rotatorenmanschettenläsion, siehe auch: Funktionstests der Rotatorenmanschette
| Übersicht zur differenzialdiagnostischen Abklärung von Schulterbeschwerden | ||
|---|---|---|
| Leitsymptom | Typischer Test oder Befund | Verdachtsdiagnose |
| Belastungsschmerz bei Überkopfbewegungen | ||
| Akuter (nächtlicher) Ruheschmerz |
| |
| Globale Bewegungseinschränkung |
| |
| Vorderer Schulterschmerz | ||
Apparative Diagnostik
Bildgebung
| Auswahl bildgebender Verfahren zur Diagnostik einer Schulterläsion [7][20][28] | ||||
|---|---|---|---|---|
| Verfahren | Indikation | Durchführung | Mögliche Befunde | Bemerkungen |
| Konventionelle Röntgenaufnahme |
|
|
|
|
| MRT [29] |
|
|
| |
| Sonografie [30][31] |
|
|
|
|
| CT |
|
| ||
Labordiagnostik
- Indikation: Verdacht auf bakterielle oder rheumatische Genese
- Durchführung
- Entzündungsparameter, bspw. CRP, BSG
- Ggf. Rheumafaktor, Anti-CCP-Antikörper
- Synovialanalyse, siehe auch: Intraartikuläre Punktion
Therapie
Allgemeine Therapieansätze [18][19][28]
- Ziel
- Schmerzlinderung
- Verbesserung von Bewegung und Funktion
- Konservatives Vorgehen
-
Analgesie
- Temporäre Einnahme antiinflammatorischer Medikamente
- Ggf. Kühlung
- Modifikation der Bewegung und Belastung
- Physiotherapie, ggf. in Kombination mit manueller Therapie [32]
- Zentrierung des Humerus
- Stabilisierung der Scapula
- Aufdehnung der kontrakten Strukturen und Stärkung der geschwächten Muskulatur
- Injektion, meist subakromial, mit [33][34]
- Glucocorticoiden, ggf. kombiniert mit Lokalanästhetika [35]
- NSAR [34]
- Platelet-rich Plasma [36]
-
Analgesie
- Operatives Vorgehen: Nach frustranem konservativem Therapieversuch erwägen
Spezifische Therapieansätze
Die Therapieoptionen für die einzelnen Krankheitsbilder werden jeweils dort aufgeführt, siehe:
Verlaufs- und Sonderformen
Der Begriff der Schulterläsionen (ICD-10-Code M75) umfasst vorwiegend degenerativ oder entzündlich bedingte, nicht-traumatische Erkrankungen der periartikulären Schulterweichteile. Die nachfolgenden Abschnitte behandeln die wichtigsten dieser Pathologien im Detail. Darüber hinaus existieren weitere wesentliche Krankheitsbilder, allen voran die Rotatorenmanschettenruptur.
Schultersteife
Definition [20]
- Schultersteife (Stiff Shoulder): Eingeschränkte aktive und passive Beweglichkeit des Glenohumeralgelenks unabhängig von der Ätiologie [37]
- Primäre Schultersteife (Frozen Shoulder): Idiopathische funktionelle Bewegungseinschränkung bei unauffälligem Röntgenbild
- Sekundäre Schultersteife: Bewegungseinschränkung mit bekannter Ätiologie
- Historie [38]
- Periarthropathia humeroscapularis (Duplay, 1872)
- Frozen Shoulder (Codman, 1934)
- Adhäsive Kapsulitis (Neviaser, 1945)
Der Begriff „adhäsive Kapsulitis“ sollte nicht mehr verwendet werden, da histologisch keine echten Adhäsionen nachweisbar sind!
Epidemiologie [20]
- Prävalenz
- Primäre Schultersteife: 2–5% [20]
- Sekundäre Schultersteife je nach Ursache
- Postoperativ nach RMR: 5–33% [20]
- Diabetes mellitus: 4,3–22,4% [20]
- Schilddrüsenfunktionsstörung: Bis zu 10,3%
- Morbus Parkinson: Bis zu 12,7%
- Altersgipfel: 40–60 Jahre
- Geschlechterverhältnis: ♀ > ♂
- Lokalisation [38]
- Erstmanifestation: Nicht-dominante Extremität
- Bilaterales Auftreten: 40–50% (meist zeitlich versetzt)
- Rezidiv: Max. 2%
Risikofaktoren [20][37][38]
- Primäre Schultersteife
- Genetische Prädisposition
- HLA-B27 positiv
- Sekundäre Schultersteife
- Endokrine Dysfunktion [39]
- Diabetes mellitus
- Dyslipidämie
- Schilddrüsenerkrankungen
- Hormonelle Veränderungen der Peri- und Postmenopause
- Zerebrovaskuläre Erkrankungen
- Morbus Dupuytren
- Endokrine Dysfunktion [39]
Pathophysiologie [20][38][38][40]
- Ursache: Multifaktoriell mit prädisponierenden Faktoren
- Mechanismen
- Proinflammatorische Zytokine und Wachstumsfaktoren ↑ → Kollagen Typ I und III ↑
- Matrixmetalloproteinasen↓ und MMP-Inhibitoren↑ → Abnorme Vernetzung und Ablagerung von Kollagen
- Fibroblasten↑ → Umwandlung zu Myofibroblasten
- Folge: Gestörte Homöostase der EZM
- Ergebnis
- Pathoanatomie: Kontraktur der glenohumeralen Gelenkkapsel mit
- Reduziertem Kapselvolumen
- Fibrosierung und Verdickung insb. des Rotatorenintervalls und Lig. coracohumerale
- Histologie: Unspezifische chronische Entzündung, Fibroblasten↑, Adipozyten↑, Gefäße↑, EZM↑
- Pathoanatomie: Kontraktur der glenohumeralen Gelenkkapsel mit
Einteilung [37][38][41][42]
- „Painful Phase“ (Phase 1) : Dauer meist <3 Monate
- Ruheschmerz, insb. in der Nacht
- Kaum Bewegungseinschränkung
- Arthroskopie: Synovitis, keine Verklebungen oder Kontrakturen der Kapsel
- Histologie: Hypervaskuläre Synovialitis, ggf. Infiltration entzündlicher Zellen, keine Veränderung des Kapselgewebes
- „Freezing Phase“ (Phase 2) : Dauer ca. 3–9 Monate
- Progrediente Schmerzen in der Nacht und bei Bewegung
- Bewegungseinschränkung
- Arthroskopie: Zunehmende Kontraktur der Kapsel, insb. der anteroinferioren Gelenkkapsel, akute Synovitis
- Histologie: Hypervaskularität und Hypertrophie der Synovia
- „Frozen Phase“ (Phase 3) : Dauer ca. 4–12 Monate
- Regrediente Beschwerden
- Progrediente Bewegungseinschränkung, Inaktivitätsatrophie der Muskulatur
- Arthroskopie: Minimale Synovitis, Verlust des axillären Recessus
- Histologie: Hyperzelluläres Kollagengewebe, dünne Synovia
- „Thawing Phase“ (Phase 4)
- Kaum Beschwerden
- Ausgeprägte Bewegungseinschränkung in allen Ebenen mit langsamer Besserung
- Arthroskopie: Starke Fibrosierung, Kontraktur der Kapsel, Unterscheidung intraartikulärer Strukturen erschwert
- Histologie: Ähnlich Phase 3
Im klinischen Alltag hat sich die Einteilung in 3 Phasen durchgesetzt: Freezing (reine Entzündungsphase) – Frozen (Entzündung und Fibrosierung) – Thawing (keine Entzündung mehr)!
Symptomatik [20][38]
- Leitsymptom: Eingeschränkte aktive und passive Beweglichkeit
- Schmerz: Phasenabhängig, initial insb. bei Bewegung oder Belastung, später in Ruhe und in der Nacht
Kraftminderung und Instabilität sind keine typischen Symptome der isolierten Schultersteife!
Diagnostik [20]
- Inspektion: Skapulothorakale Dysfunktion im Seitenvergleich, ggf. Schonhaltung
- Palpation: Diffuser Druckschmerz
- Bewegungseinschränkung: Außenrotation > Abduktion > Innenrotation
- Provokationstests: Kein spezifischer Test vorhanden
- Ausschluss von Begleitpathologien: Insb. zervikale radikuläre Syndrome
- Bildgebung
- Basisdiagnostik: Konventionelle Röntgenaufnahme in 2 Ebenen
- MRT, ggf. mit Kontrastmittel: Indiziert bei unklarem klinischen Befund und/oder zum Ausschluss von Begleitpathologien
- Siehe auch: Diagnostik bei Schulterläsionen
Zum Ausschluss zervikaler Radikulopathien als Schmerzursache sollten bspw. der Spurling-Test, der Upper Limb Tension Test, sowie eine orientierende neurologische Untersuchung durchgeführt werden!
Therapie
Konservative Therapie [20][43]
- Indikation: Initiale Therapie der Schultersteife
- Vorgehen: Multimodales Behandlungskonzept
- Maßnahmen
- NSAR
- Physiotherapie, manuelle Therapie
- Trainingstherapie (Einzel- oder Gruppentraining)
- Intraartikuläre Glucocorticoidinjektion [44]
- Orale Glucocorticoidtherapie
- Schema nach Habermeyer [45]
- Schema nach Buchbinder [46]
- Stoßwellentherapie
- Elektrotherapie
- Kurzwelle
- Hydrodilatation: Intraatrikuläre Injektion von 40–80 mL Kochsalzlösung
- Nicht zusätzlich empfohlen: Ultraschall und oberflächliche Wärmetherapie
Die Kombination aus Physiotherapie und intraartikulärer Injektion von Glucocorticoiden ist der jeweiligen Monotherapie überlegen!
Operative Therapie [20][43]
- Indikation: Erfolglose konservative Therapie
- Vorgehen: Arthroskopische Arthrolyse [20]
- Perioperative Analgesie empfohlen
- Dekompression des Rotatorenintervalls
- Durchtrennung des Lig. coracohumerale, Lig. glenohumerale mediale und Lig. glenohumerale inferius
- Perilabrale Kapsulotomie von mind. 270° (N. axillaris schonen! )
- Ggf. Tenolyse, Tenotomie oder Tenodese der langen Bizepssehne
- Sonderfall: Rotatorenmanschettenruptur und sekundäre Schultersteife [20]
- Nachbehandlung
- Postoperative Schmerztherapie: Essenziell für sofortige postoperative schmerzfreie Mobilisation
- Kombination aus
- Physiotherapie
- Manueller Therapie
- Eigenübungen
- Ggf. CPM-Schiene
- Vorteile der OP
- Verkürzung der Krankheitsdauer
- Verbesserung von Beweglichkeit und Funktion
- Reduktion der Schmerzen
- Prognose: Primäre Schultersteife > Postoperative Schultersteife
| Behandlungsmöglichkeiten für die Behandlung der primären Schultersteife (Frozen Shoulder) | |
|---|---|
| Stadium | Mögliche Maßnahmen |
| 1. „Freezing Phase“ (Entzündungsphase) |
|
| 2. „Frozen Phase“ (Einsteifungsphase) |
|
| 3. „Thawing Phase“ (Lösungsphase) |
|
| Therapieversagen |
|
Pathologien der langen Bizepssehne
Überblick [47][48]
| Übersicht über die Lokalisation typischer Läsionen der Bizepssehne | |
|---|---|
| Sehnenursprung | SLAP-Läsion |
| Intraartikulärer Verlauf | Bizepssehnensyndrom mit Tendinitis oder Bizepssehnenruptur |
| Eintritt in den Sulcus intertubercularis | Bizeps-Pulley-Läsion |
SLAP-Läsion (Läsion des Bizeps-Sehnenankers) [17][49][50]
- Definition: Läsion des superioren Labrums im Insertionsbereich der langen Bizepssehne, von anterior nach posterior verlaufend
- Ätiologie
- Makrotrauma, bspw. Sturz auf den ausgestreckten Arm
- Repetitives Mikrotrauma, bspw. durch Überkopfbelastung oder Impingement
- Typische auslösende Bewegung: Abduktion und Außenrotation → Torsion der langen Bizepssehne
- Klassifikation: Klassifikation der SLAP-Läsion nach Snyder
- Symptomatik
- Eher tiefer, diffuser Schulterschmerz
- Schmerz bei Überkopfbewegung
- Provokationstests
- SLAP-Komplex: Supine-Flexion-Resistance-Test
- O'Brien-Test
- Speed-Test
- Therapie [51]
- Konservativ: Bei isolierter Läsion ohne Instabilität
- Operativ: Bei Instabilität und/oder Versagen der konservativen Therapie
- SLAP-Repair
- LBS-Tenodese
Bizepssehnensyndrom [17]
- Definition: Tendinopathie der langen Bizepssehne im intraartikulären Verlauf, ggf. mit akuten Entzündungszeichen
- Ätiologie
- Repetitives Mikrotrauma, bspw. durch Überkopfbelastung
- Assoziiert mit Rotatorenmanschettenläsion, subakromiellem Impingementsyndrom
- Symptomatik
- Anteriore Schulterschmerzen
- Nächtliche Schmerzen in Seitenlage
- Provokationstests
- Speed-Test
- Yergason-Test
- Abbott-Saunders-Test
- Therapie
- Konservativ: Insb. beim Vorliegen von Entzündungszeichen ohne weitere Pathologien
- Ggf. Infiltration
- Operativ: Ggf. bei Begleitpathologien und bei erfolgloser konservativer Therapie
- Débridement
- Tenotomie oder Tenodese
- Konservativ: Insb. beim Vorliegen von Entzündungszeichen ohne weitere Pathologien
Bizeps-Pulley-Läsionen [17][49][52]
- Definition: Läsion des Schlingensystems, das die lange Bizepssehne stabilisiert
- Ätiologie
- Impingement, Rotatorenmanschettenruptur
- Repetitives Mikrotrauma, bspw. bei Überkopfbelastung
- Typische auslösende Bewegung: Flexion und Innenrotation → Erhöhte Scherkraft, Luxationstendenz der langen Bizepssehne
- Klassifikation: Einteilung der Pulley-Läsionen nach Habermeyer
- Symptomatik
- Anterosuperiorer Schulterschmerz
- Instabilität der langen Bizepssehne
- Ggf. Zeichen einer RMR
- Provokationstests
- Abbott-Saunders-Test
- Speed-Test
- Therapie
- Konservativ: Bei funktionell kompensierter, degenerativer Läsion
- Operativ: Bei symptomatischer Läsion
- Tenotomie oder Tenodese der langen Bizepssehne
- Ggf. Rekonstruktion einer begleitenden Rotatorenmanschettenläsion
Kalkschulter
Allgemeines
- Definition: Ablagerung von Calcium-Hydroxylapatit-Kristallen in den Sehnen der Rotatorenmanschette
- Epidemiologie
- Prävalenz
- 2,7–20% aller Schulterbeschwerden
- 7,5% aller asymptomatischen Personen
- Altersgipfel: 30–50 Jahre
- Geschlechterverteilung: ♀ > ♂
- Prävalenz
- Lokalisation: SSP > ISP > SSC
Pathophysiologie [53]
- Ursache: Multifaktorielle Genese
- Phasenhaften Krankheitsverlauf (nach Uhthoff)
- Präkalzifikationsphase: Metaplasie der Tenozyten zu Chondrozyten → Faserknorpel in der Sehne
- Kalzifikationsphase
- Formationsphase: Ablagerung von Hydroxylapatitkristallen im Interzellulärraum
- Ruhephase: Keine weiteren Ablagerungen
- Resorptionsphase: Einsprossung von Blutgefäßen, Einwanderung von Makrophagen → Auflösung des Depots mit ausgeprägter Druckerhöhung durch Volumenzunahme in der Sehne und Hyperämie [54]
- Postkalzifikationsphase: Einwanderung von Fibroblasten → Remodeling der Sehne
- Ggf. Postkalzifikationstendinitis: Persistierende Beschwerden nach Auflösung des Kalkdepots
Als Folge einer ausgeprägten intratendinösen Druckerhöhung und einer Bursitis subacromialis kann es in der Resorptionsphase zu starken Schmerzen kommen!
Symptomatik [16][55]
- Leitsymptom: Plötzlicher, sehr starker, stechender Ruheschmerz mit ausgeprägter Bewegungseinschränkung (Pseudoparalyse)
- Weitere Symptome
- Nächtliche Schmerzen
- Ruheschmerz oder bewegungsabhängiger Schmerz, insb. bei Abduktion und Elevation
- Bursitis subacromialis (calcarea)
- Parästhesien und Ausstrahlung der Schmerzen in den Oberarm
Diagnostik [16]
- Provokationstest: Kein spezifischer Test vorhanden
- Bildgebung
- Konventionelle Röntgenaufnahme: Goldstandard zum Nachweis von Kalkdepots und deren Einteilung (Klassifikation nach Gärtner und Heyer)
- Sonografie: Sensitive Darstellung von Depots
- MRT: Indiziert bei RMR oder zur präoperativen Planung
Therapie [16][56][57][58][59][60]
- Konservative und interventionelle Therapie
- Medikamentöse Therapie: NSAR, ggf. Opioide
- Physiotherapie und angeleitete Eigenübungen: Zentrierung des Humeruskopfes, Behandlung der skapulothorakalen Dyskinesie
- Subakromiale Infiltration: Glucocorticoid plus Lokalanästhetikum
- Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT): Fragmentierung des Depots, Stimulieren der Durchblutung und Schmerzlinderung
- Needling und Barbotage: Ultraschallgesteuerte perkutane Punktion, Perforation und ggf. Spülung des Kalkdepots mit Kochsalzlösung (sog. Barbotage) in Lokalanästhesie [61]
- Operative Therapie
- Arthroskopische Kalkdepotexstirpation mit ggf. subakromialer Dekompression [62]
- Ggf. Akromioplastik: Nur indiziert bei relevantem knöchernen Impingement
- Ggf. Naht einer RMR
- Therapiealgorithmus
- Keine Therapie asymptomatischer Kalkdepots
- Initial konservatives Vorgehen
- Maßnahme abhängig von Krankheitsphase
- Durchführung interventioneller Maßnahmen insb. abhängig von Leidensdruck
- Operatives Vorgehen bei therapierefraktärem Verlauf erwägen
| Typischer stufenweiser Therapiealgorithmus für die Behandlung der Kalkschulter [57][60][63] | |
|---|---|
| Klassifikation nach Gärtner und Heyer | Eskalationsstufen der Behandlung |
| Typ I (Formations- und Ruhephase) | |
| Typ II (intermediäres Stadium) |
|
| Typ III (Resorptionsphase) | |
Die initiale Therapie der Kalkschulter ist fast immer eine konservative Therapie. Insb. die fokussierte ESWT und Needling plus subakromiale Glucocorticoidinfiltration zeigten die besten Ergebnisse!
Subakromiales Impingementsyndrom
Definition [7][64]
- Subakromiales Schmerzsyndrom („subacromial pain syndrome“, SAPS): Beschreibung des Symptoms „Schulterschmerz unter Abduktion“ [65]
- Subakromiales Impingementsyndrom (SIS) : Klinisches Erscheinungsbild mit Einklemmsymptomatik durch Einengung des subakromialen Raums
- Primäres subakromiales Impingement
- Mechanisches Outlet-Impingement (MOI): Kraniale Einengung des subakromialen Raums durch strukturelle Veränderungen
- Mechanisches Non-Outlet-Impingement (MNOI): Kaudale Einengung des subakromialen Raums
- Sekundäres Impingement: Funktionelle Störung der Humeruskopfzentrierung
- Subkorakoroidales Impingement: Einengung des Raums zwischen Proc. coracoideus und Tuberculum minus mit Einklemmsymptomatik
- Inneres Impingement: Einklemmung von anterosuperioren oder posteriorsuperioren Strukturen zwischen Humeruskopf und Glenoid
- Periarthropathia humeroscapularis: Veraltet
Im klinischen Sprachgebrauch ist eine Unterteilung in primäres (MOI) oder sekundäres extrinsisches Impingement sowie intrinsisches Impingement (MNOI) üblich!
Epidemiologie [2][64]
- Prävalenz: Häufige Ursache für Schulterbeschwerden
- Altersgipfel: 40–60 Jahre
- Geschlechterverhältnis: ♂ = ♀
Risikofaktoren [7]
- Risikofaktoren für kraniale Einengung (MOI)
- Hakenförmiges Acromion: Typ III in der Klassifikation nach Bigliani
- Verknöcherung des Lig. coracoacromiale
- Osteophyten des ACG
- Os acromiale
- Risikofaktoren für kaudale Einengung (MNOI)
- Hypertrophe Bursa subacromialis
- Veränderungen der Rotatorenmanschette
- Tendinitis der langen Bizepssehne
- Tendinosis calcarea
- Posttraumatische Deformitäten
- Hypertrophie des Lig. glenohumerale superius
- Risikofaktoren für sekundäres Impingement
- Muskuläre Dysbalance: Insuffizienz der Humeruskopfzentrierung
- Skapulothorakale Dyskinesie: Fehlstellung oder gestörte dynamische Beweglichkeit der Scapula
Pathophysiologie [7][66][67][68]
- Ursache für primäres subakromiales Impingement: Mechanischer Konflikt, insb. bei Abduktion und Elevation bei prädisponierenden Faktoren
- Pathomechanismus: Repetitives Einklemmen und Mikrotrauma von Weichgewebestrukturen, insb.
- Bursa subacromialis → Bursitis subacromialis
- SSP-Sehne, ggf. ISP-Sehne und lange Bizepssehne → Degenerative Tendinopathie → Ggf. Rotatorenmanschettenruptur
- Folge: Verstärkung und Unterhaltung des mechanischen Konfliktes durch
- Hypertrophie der Bursa subacromialis
- Veränderungen der Rotatorenmanschette
Symptomatik [7]
- Leitsymptom: Belastungsabhängiger vorderer oder lateraler Schulterschmerz insb. bei Überkopfaktivität und Innenrotation
- Schmerz: Initial bei Bewegung (Painful Arc), später nächtlicher Ruheschmerz
- Begleiterkrankungen
Diagnostik [7][69]
- Palpation: Ggf. Druckschmerz am anterolateralen Acromionrand und am Tuberculum majus
- Bewegungsumfang: Schmerzhaft eingeschränkte aktive Elevation und/oder Abduktion bei passiv freier Beweglichkeit
- Provokationstests
- Painful-Arc-Test: Schmerzmaximum bei aktiver Abduktion zwischen 60° und 120°
- Neer-Test: Schmerzauslösung bei passiv forcierter Flexion in max. Innenrotation unter Scapulafixation
- Hawkins-Kennedy-Test: Schmerzauslösung bei passiver Innenrotation des um 90° anteflektierten Arms
- Ausschluss von Begleitpathologien: Insb. Pathologien der langen Bizepssehne und des AC-Gelenks sowie Rotatorenmanschettenruptur
- Bildgebung
- Klassische Röntgenaufnahme: True-a.p. Aufnahme und Outlet-View
- MRT: Indiziert bei unklarem Befund, V.a. RMR oder präoperativ
- Siehe auch: Diagnostik bei Schulterläsionen
| Zusammenhang zwischen Acromionmorphologie und Schulterpathologien [70][71] | |
|---|---|
| Parameter | Klinische Bedeutung |
| Acromionindex | Höherer Index assoziiert mit subakromialen Pathologien |
| Lateraler Acromionwinkel | Kleiner Winkel korreliert mit subakromialen Pathologien |
| Acromiontyp nach Bigliani | Typ III assoziiert mit subakromialen Pathologien |
| Acromion-Slope | Winkel >43° assoziiert mit Pathologien der Rotatorenmanschette |
| Akromiohumerale Distanz | Reduktion assoziiert mit Rotatorenmanschettenruptur |
Ein negativer Neer-Test und Hawkins-Kennedy-Test sprechen gegen die Diagnose eines Schulterimpingements! Zur Bestätigung der Diagnose und zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen sollte eine Bildgebung (klassische Röntgenaufnahme, MRT) erfolgen!
Therapie [7][64]
Konservative Therapie
- Indikation: Initiale Therapie des SAPS
- Maßnahmen
- Analgesie: Kurzfristige orale NSAR-Gabe
- Physiotherapie und manuelle Therapie: Kräftigung der Humeruskopfzentrierer und Stabilisierung der skapulothorakalen Muskulatur
- Subakromiale Infiltration: NSAR oder Glucocorticoid [34]
- Physikalische Therapie
- Lokale Kryotherapie bei akuten Schmerzen
- Hyperthermie zur Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung
Operative Therapie [72]
- Indikation [73][74][75][76]
- Mechanisches Outlet-Impingement
- SAPS nach Versagen der konservativen Therapie 3–6 Monate
- Indikatoren für gutes postoperatives Ergebnis
- Positive Impingementzeichen präoperativ
- Schmerzen insb. über Kopf und seit mehreren Monaten bestehend
- Radiologische Zeichen für ein mechanisches Outlet-Impingement
- Schmerzlinderung durch subakromiale Infiltration
- Verfahren: Arthroskopische subakromiale Dekompression plus partielle Resektion der Bursa subacromialis [64][72]
- Ggf. ergänzende Verfahren
- Resektion des distalen Klavikulaendes: Bei symptomatischer AC-Gelenksarthrose
- Rekonstruktion der Rotatorenmanschette bei interventionspflichtiger RMR
- Resektion eines Kalkdepots
- Nachbehandlung
- Postoperative Schmerztherapie
- Ggf. postoperative Ruhigstellung
- Physiotherapie mit manueller Therapie und Eigenübungen
Bursitis subacromialis
- Definition: Entzündung der Bursa subacromialis
- Anatomie [79]
- Lage der Bursa: Unterhalb des Acromions zwischen M. deltoideus und der Rotatorenmanschette
- Innervation: N. suprascapularis, N. pectoralis lateralis, N. axillaris
- Ätiologie
- Rezidivierende mechanische Überlastung
- Subakromiales Impingementsyndrom
- Kalkdepots (Tendinosis calcarea)
- Infektionen, Autoimmunerkrankungen
- Akutes Trauma
- SIRVA („shoulder injury related to vaccine administration“)
- Symptomatik
- Provokationstests: Kein spezifischer Test vorhanden
- Therapie
- Konservativ: Erstlinientherapie
- Analgesie mit NSAR
- Subakromiale Infiltration mit NSAR oder Glucocorticoiden
- Operativ: Ggf. subakromiale Dekompression und partielle Bursektomie
- Konservativ: Erstlinientherapie
Patienteninformationen
Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026
- M75.-: Schulterläsionen
- Exklusive: Schulter-Hand-Syndrom (M89.0‑)
- M75.0: Adhäsive Entzündung der Schultergelenkkapsel
- Frozen shoulder
- Periarthropathia humeroscapularis
- M75.2: Tendinitis des M. biceps brachii
- M75.3: Tendinitis calcarea im Schulterbereich
- Bursitis calcarea im Schulterbereich
- M75.4: Impingement-Syndrom der Schulter
- M75.5: Bursitis im Schulterbereich
- M75.8: Sonstige Schulterläsionen
- M75.9: Schulterläsion, nicht näher bezeichnet
Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.
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