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Ernährungsmedizin

Letzte Aktualisierung: 30.4.2026

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Die moderne Ernährungsmedizin hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und fokussiert sich nicht mehr primär auf die reine Gewichtsreduktion, sondern auf einen ganzheitlichen Ansatz. Heute verstehen wir die Ernährungsmedizin als eine evidenzbasierte Säule der Patientenversorgung, die sowohl in der Primärprävention als auch im Management chronischer Erkrankungen eine Schlüsselrolle spielt. Ziel ist es, biochemische Prozesse im Körper durch die Nährstoffzufuhr gezielt zu beeinflussen, Entzündungswerte zu senken und die metabolische Gesundheit wiederherzustellen. Die therapeutischen Ansätze sind dabei so vielfältig wie die Krankheitsbilder selbst.

  • Spezifische Diäten: Gezielte Kostformen zur Behandlung klinischer Krankheitsbilder
  • Fasten: Therapeutisches Fasten oder zeitlich begrenztes Essen mit dem Ziel, die Autophagie („zelluläre Müllabfuhr“) zu aktivieren
  • Spezifische Ernährungsformen: Langfristige Ernährungsmuster, die die Prognose maßgeblich bestimmen

Eine erfolgreiche Ernährungstherapie ist niemals statisch, sondern erfordert eine kontinuierliche Anpassung an die individuelle Stoffwechsellage der Person und muss stets auf dem Fundament aktueller wissenschaftlicher Leitlinien stehen!

Für weitere Informationen, siehe auch: Ernährung: Grundlagen, Empfehlungen und Umweltaspekte und Ernährung im Kindes- und Jugendalter

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Diäten und Ernährungsformentoggle arrow icon

Bircher-Benner-Diät

  • Ursprüngliche Form der Vollwerternährung (nach Kollath und Bircher-Benner )
  • Kern der Theorie: Annahme, dass durch die industrielle Verarbeitung von Lebensmittelrohstoffen der Gehalt an essenziellen Nahrungsinhaltsstoffen und somit die Wertigkeit abnimmt
  • Ziele
    • Prävention
    • Therapeutischer Nutzen u.a. bei Rheuma, Gicht, Lebererkrankungen und Verdauungsstörungen
  • Durchführung: Roh- und Vollwertkost
    • Frisches Obst, Gemüse, Nüsse und Vollkornprodukte, insb. als Bircher-Müsli
    • Zusätzlich in kleinem Umfang Milchprodukte und schonend gekochtes Gemüse
    • Meiden von Fleisch und stark verarbeiteten Lebensmitteln
    • Trinken: Möglichst nicht während, sondern zwischen den Mahlzeiten, um Verdauungssäfte nicht zu verdünnen
    • Abendmahlzeit: So einfach, so leicht und so früh wie möglich
  • Evidenz: Moderne Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind denen der Vollwerternährung sehr ähnlich

Glyx-Diät [1][2]

  • Prinzip: Bevorzugter Verzehr von Nahrungsmitteln mit niedrigem glykämischem Index
  • Glykämischer Index („Glyx“): Blutzuckerwirksamkeit verschiedener Nahrungsmittel im Vergleich zu reiner Glucose
  • Evidenz: Wissenschaftlich umstritten

Detox-Diät [3]

  • Prinzip: Ernährungsform mit dem Ziel, den Körper zu „entgiften“ oder zu „entschlacken“
  • Umsetzung: Häufig Fasten, Säfte oder spezielle Nahrungsergänzungsmittel
  • Evidenz: Konzept der „Entschlackung“ wissenschaftlich sehr umstritten und nicht evidenzbasiert
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Fastentoggle arrow icon

Definition

  • Freiwilliger Verzicht auf bestimmte oder alle Nahrungsmittel und/oder Getränke

Auswirkungen des Fastens [4][5][6][7]

  1. Autophagie
  2. Abbau von Leber- und viszeralem Fett mit Verbesserung der Insulinempfindlichkeit, bspw. HOMA-IR-Reduktion [8][9]
  3. Produktion von Ketonkörpern
  4. Verbesserung der Darmmikrobiota-Diversität [10][11][12][13][14]
  5. Antiinflammatorischer Effekt
  6. Hormesis, u.a. Mitochondrien- und Stammzellbildung [15][16]
  7. Erfahrung von Selbstwirksamkeit [17]

Indikationen u.a. [5][6][18][19]

Kontraindikationen u.a.

  • Untergewicht
  • Essstörungen in der Anamnese
  • Einige psychiatrische Erkrankungen, abhängig vom Schweregrad

Ein therapeutisches Fasten muss bei bestehenden Vorerkrankungen ärztlich begleitet, Medikamente müssen entsprechend angepasst werden!

Bei therapeutischem Fasten müssen Diuretika i.d.R. pausiert werden, da sonst das Risiko einer schweren Hyponatriämie besteht!

Varianten

Heilfasten nach Buchinger [18][49]

Intervallfasten [4][10][18][50][51]

  • Durchführung: Anders als bei vielen anderen Fastenvarianten als dauerhafte Ernährungsform (bzw. -umstellung) gedacht
    • Tageweise
    • Stundenweise
  • Evidenz
    • Reduktion von Körpergewicht
    • Förderung der Zellerneuerung (Autophagie), Verbesserung des Darmmikrobioms und antiinflammatorische Effekte

Mayr-Kur [18]

Schroth-Kur [18]

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